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Wendepunkt beim Rodelbau dabei

Bequem und leicht ist er. Mit absolutem Fahrspass dank breiten Kunststoffkufen. Swiss made durch und durch. Die Rede ist vom «Bergfink» – einem neuartigen Tourenrodel für Freizeitsportler. Industriedesigner Yves Aeschbacher hat ihn erfunden. Bei der Produktion mit dabei: die Stiftung Wendepunkt.

In der Werkhalle der Stiftung Wendepunkt in Oftringen findet Yves Aeschbachers Tourenrodel «Bergfink1» zu seiner Bestimmung. Hier werden die von Expertenfirmen vorfabrizierten Einzelteile weiterbearbeitet, montiert und die fertigen Produkte an die Kunden vertrieben. Warum ausgerechnet im Wendepunkt? Begonnen hat es vor vier Jahren. Aeschbacher – bereits mit zwei Studienkollegen an einem Schlittenprojekt – absolvierte im ansässigen Bereich Produktion/Handwerk seinen Zivildienst, entdeckte dort die handwerklichen Möglichkeiten, lernte Leute und ihren Auftrag schätzen.

Obwohl das Schlittenprojekt aus der Studienzeit scheiterte, blieb der Wunsch nach einem Update dieses Sportgeräts ungebrochen. Ein Jahr später nimmt der Industriedesigner – überzeugt, dass aus den vielen Recherchen und den eigenen Erfahrungen genügend Know-how für die Produktentwicklung vorhanden ist – einen zweiten Anlauf. Was ihm dabei etwas den Kopf zerbricht: Wo können die Feinarbeit und die Endmontage gemacht werden? Aeschbacher zögert nicht lange. Er nimmt Kontakt mit dem Wendepunkt auf und stellt seine Idee vor. Diese kommt bei Betriebs- und Bereichsleiter gut an.

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Einblick in die Werkhalle der Stiftung Wendepunkt in Oftringen, in welcher der Bergfink zusammengebaut wird.

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Die gepressten und gefrästen Holzteile stehen bereit für die Weiterbearbeitung. Geliefert werden sie von der Hess AG aus Döttingen AG, dem weltweit füh-rende Hersteller für Holzkerne im Ski- und Snowboardgeschäft.

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Das leichte und stabile Holzgerüst des Tourenrodels mit dem Logo des Wendepunkts ist zusammengebaut.

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Löcher bohren, bevor die Einzelteile verschraubt werden. Genauigkeit und Ausdauer sind gefragt.

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Chiare Iemello passt den bequemen und gepolsterten Polyester-Sitz ein, bevor sie ihn montiert.

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Im Team geht’s noch besser: Nick Schnetzer (links) und Yves Aeschbacher (rechts), Industrie-Designer und Er-finder des Rodels, beim Montieren des Sitzes.

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Links: Abbildung von vorne mit dem Brand «Bergfink». Rechts: Abbildung von unten, gut sichtbar die gehärteten Skibeläge in Schwarz anstelle von Kufen.

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Der Bergfink ist stapelbar und somit platzsparend. Ideal für Bergbahnen und Hotels, welche den Schlitten vermieten.

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Wer den Bergfink zuerst testen will, kann dies bei den eingezeichneten Skigebieten tun. Viel Spass!

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Die Geburt des «Bergfinks»

Kurz darauf beginnt die Konzeptionsphase. Für Yves Aeschbacher ist klar: Er will ein qualitativ hochstehendes Gerät bauen, das Schlittelspass für den breiten Tourismus garantiert. Zum Ziehen möglichst leicht. Bequem zum Sitzen. Einfach handzuhaben und stapelbar – damit Bergbahnen und Hotels Interesse an einer Vermietung haben. Aeschbacher investiert fortan Stunden, Wochen, freie Wochenenden, Ferien in die Entwicklung. Im Sommer 2018 baut er im Allleingang in den Räumlichkeiten der Stiftung Wendepunkt 20 Prototypen namens «Bergfink», was im Solothurnischen – dem Heimatkanton des Rodeldesigners – umgangssprachlich «einer, der viel in den Bergen ist» bedeutet. Mit seinem Rodelneuling tourt der Unternehmer in den Skiregionen herum, stellt sein Produkt bei Bergbahnen, Hotels und in Fachgeschäften vor. Der Bergfink kommt gut an. Bestellungen treffen ein, so dass die erste serielle Produktion des Swiss-made-Produkts ab August 2019 über die Werkbank geht: 380 Flitzer werden bis Oktober im Arbeitsbereich Produktion/Handwerk des Oftringer Wendepunkt-Betriebs fertig zusammenmontiert. Bis heute sind noch 40 Bergfinke an Lager, welche via Webshop2 erworben werden können.

Zurück in die Werkhalle

Zwei, die seit Beginn der Rodel-Produktion mitarbeiten, sind Chiara Iemello (in Ausbildung zur Schreinerpraktikerin EBA (3) und Nick Schnetzer (in Ausbildung zum Praktiker PrA Schreiner (4). Beide finden die Arbeit «mega cool», abwechslungs- und lehrreich. Nick Schnetzer hat das Gefährt kürzlich sogar selber ausprobiert. Ein rundum prima Erlebnis wie er schildert.

Sowohl Yves Aeschbacher als auch die Produktion/Handwerk-Crew sind begeistert vom «Bergfink» und der Zusammenarbeit. Denn gegenseitiges Unterstützen und stetes Optimieren bei Abläufen und einzelnen Arbeitsschritten sind wichtig, damit jeder Rodel ein qualitativ hochstehendes Unikat ist. Und so sehen die beiden Unternehmen positiv der kommenden Saison 2020/21 entgegen und können es kaum erwarten, bis die ersten Bestellungen eintreffen.

Apropos: Ein neuer Schlitten gefällig? Also nix wie los und den «Bergfink» bestellen – als wertvolle Anschaffung oder perfektes Geschenk, da nachhaltig und mit sozialem Impact fabriziert!

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Textvermerke

  • 1) «Bergfink1»: Gewicht 6,8 kg; Länge 115 cm; Anzahl Personen 1 Erwachsene/r. Weitere Details zum Produkt unter designwerk-aeschbacher.ch
  • 2) designwerk-aeschbacher.ch ist die offizielle Website von Yves Aeschbacher, Industrie-Designer und Erfinder des Tourenrodels «Bergfink».
  • 3) Schreinerpraktikerin EBA ist eine zweijährige berufliche Grundbildung mit Eidg. Berufsattest «Schreinerpraktiker/in EBA».
  • 4) Praktiker PrA Schreinerei ist eine zweijährige, IV-unterstützte praktische Ausbildung nach INSOS. wende.ch/berufliche-massnahmen.
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Stiftung Wendepunkt, Regine Frey-Eichenberger

Regine Frey-Eichenberger

Autorin