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Im Einsatz für die Integration

Die Stiftung Wendepunkt ist seit Juli 2016 im Gebäudekomplex der Firma Schöni Transport AG in Rothrist eingemietet. Damit befinden sich erster und zweiter Arbeitsmarkt unter einem Dach. Ein Einblick ins Zusammenwirken beider Unternehmen im Rahmen der Integrationsarbeit.

Das Leben ist manchmal unberechenbar. Eben arbeitet man noch in seinem Beruf und im nächsten Moment steht alles Kopf. So ging es auch Regula Bütikofer und Jürg Zogg. Ein Unfall veränderte ihr Leben. Dank Aufbautraining in der Stiftung Wendepunkt und externem Einsatz bei der Firma Schöni Transport AG sind sie auf dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt oder dort bereits wieder integriert.

Nicht aufgeben

Nach dem Unfall gibt es für Regula Bütikofer kein Zurück mehr an den Arbeitsort im Detailhandel. Bewegungseingeschränkte Schulter und starke Schmerzen lassen dies nicht mehr zu. Doch sie gibt nicht auf, findet Halt im Jodeln und bei ihrem Partner, sucht nach Berufsalternativen und fasst den Entschluss, sich berufsbegleitend als Sachbearbeiterin Rechnungswesen weiterzubilden, noch bevor die IV ihr eine Eingliederungsmassnahme vorschlägt. Im Mai 2018 beginnt Bütikofer eine Integrationsmassnahme (1) beim Wendepunkt. Die ersten drei Monate arbeitet sie stundenweise in der Konfektionierung. Später wechselt sie ins Büro. Dass sie allmählich ihr Arbeitspensum steigern kann, gibt ihr zusätzlich Schub, obwohl sie immer noch schmerzgeplagt ist. Ein positiver Umgang, gutes Arbeitsklima, Unterstützung beim Bewerben und in schwierigen Momenten durch Wendepunkt-Fachpersonen helfen, wieder Vertrauen zu fassen und vorwärts zu schauen. Der nächste Schritt wird eingeleitet: Ein Einsatz im ersten Arbeitsmarkt im Bereich Rechnungswesen, damit Regula Bütikofer das Gelernte in der Weiterbildung anwenden und Erfahrungen für eine zukünftige Arbeitsstelle sammeln kann. Mit Unterstützung des Wendepunkt-Job-Coachs (2) findet sie einen entsprechenden Platz. Doch leider ist dieser nicht das Gesuchte, weil sie zu wenig im Rechnungswesen arbeiten kann. Ein neuer Einsatzort wird gesucht und gefunden: Bei der Firma Schöni Transport AG bearbeitet Frau Bütikofer seit November 2018 in einem befristen Einsatz Kreditorenrechnungen, bucht Debitoren und Kreditoren, kontrolliert Adressen sowie Mehrwertsteuernummern und erledigt vieles mehr. Die Arbeit gefällt ihr. Sie ist im Team integriert und wird gut betreut. Neben Arbeit und Weiterbildung bewirbt sie sich für eine 80-Prozent-Stelle im ersten Arbeitsmarkt. Denn vor Ablauf des Schöni-Einsatzes möchte sie einen Arbeitsvertrag in Händen halten.

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Regula Bütikofer kann wieder lachen: Gesundheitlich geht es ihr besser und die Aussicht auf interessante Arbeit gibt ihr Schub.

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Der externe Einsatz bei der Firma Schöni in der Abteilung Rechnungswesen hilft Regula Bütikofer, Erfahrung für die Zukunft zu sammeln.

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„Neu auf unserem Kranwagen: Jürg Zogg. Wir wünschen ihm viel Geduld auf der Strasse und einen guten Start in die neuen vielseitigen Aufgaben.“ Dein Kalt Team (Facebookeintrag vom 26.08.2018)

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Diesen Kranlastwagen fährt Jürg Zogg und ist dabei in seinem Element.

Eigener Einsatz entscheidet

Basel – Palette mit Gipsplatten abladen. Plötzlich reisst das Band, welches die Fracht zusammenhält. Gipsplatten fallen auf Jürg Zogg, den erfahrenen Kranlastwagenchauffeur ... Monate später – im Oktober 2017– beginnt er seine Arbeitsrehabilitation in der Logistik des Rothrister Wendepunkts. Zuerst noch verunsichert durch das Erlebte, gelingt es ihm allmählich, seine Leistung zu steigern, so dass bald ein externer Einsatz Thema wird. Kurze Zeit später im Lager- und Logistikbereich der Firma Schöni Transport AG: Das Transportunternehmen ist gerade im Begriff, die von einem Kunden ausgelagerte Lager-Logistik aufzubauen. Mittendrin Jürg Zogg. Einst Chauffeur bei diesem Kunden, kann er nun beim Aufbau des Lagers sein Fachwissen als Chauffeur einbringen.
Heute arbeitet Zogg zu 100 Prozent bei der Firma Kalt Transport. Wiederum als Kranlastwagenchauffeur, seiner Spezialität. Wenn er für seinen jetzigen Arbeitgeber ab und zu bei Schöni Waren abholt, stellt er fest, dass gewisse Abläufe immer noch so sind, wie er sie damals bei seinem Einsatz empfohlen hat. Das freut ihn. Rückblickend auf seine Wendepunkt-Zeit meint Jürg Zogg: «Wenn man selber Einsatz bringt und aus Situationen lernen will, ist der Wendepunkt Gold wert und man findet den Weg zurück in den Arbeitsalltag.»

«Wenn man selber Einsatz bringt und aus Situationen lernen will, ist der Wendepunkt Gold wert und man findet den Weg zurück in den Arbeitsalltag.» Jürg Zogg, Kranlastwagenschauffeur

Yes, we can – together

Toni Fankhauser, Job Coach der Stiftung Wendepunkt, schätzt die Nähe zur Firma Schöni AG. Einsätze wie soeben geschildert, sind wichtig für teilnehmende Personen. Denn so lernen sie schrittweise, sich wieder an die Arbeitswelt zu gewöhnen. Mittlerweile sind alle Abteilungen bei Schöni für externe Einsätze bereit. Fankhauser hat nur lobende Worte für die Schöni-Mitarbeitenden: «Sie engagieren sich sehr während eines Einsatzes und machen einen guten Begleit-Job.» Wenn ein solcher Einsatz gut verläuft, ist er für beide Seiten eine Win-win-Situation: Die im Einsatz stehende Person kann sich wieder ans Klima im ersten Arbeitsmarkt gewöhnen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Das «Yes, we can – together» der Schöni Transport AG und der Stiftung Wendepunkt hat sich bis jetzt also bewährt. 


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  • 1) Integrationsmassnahme: Ein Angebot für IV-leistungsberechtigte Personen mit Eingliederungspotential in den ersten Arbeitsmarkt. Je nach Integrationsziel und gesundheitlicher Ausgangslage der teilnehmenden Person kann der entsprechende Massnahmetyp eingesetzt werden.
    2) Job Coach: Er coacht individuell und gezielt Programmteilnehmende bei der Stellensuche und begleitet sie während ihres externen Einsatzes. Zudem akquiriert er externe Einsatzplätze in Firmen.
Stiftung Wendepunkt, Regine Frey-Eichenberger

Regine Frey-Eichenberger

Autorin